Die Ermordung John F. Kennedys
Einführung

John F. Kennedy

Das Attentat und seine Folgen

Lee Harvey Oswald

Jack Ruby

Die Mafia-These

Die Rolle der Geheimdienste

Ungeklärte Fragen

Fazit

Kontakt

Einführung

Vorbemerkungen

Nunmehr über 50 Jahre sind vergangen seit der amerikanische Präsident John F. Kennedy in Dallas, im Bundesstaat Texas, einem Attentat zum Opfer fiel. Über 20 Jahre sind vergangen, seit Oliver Stone mit seinem Film "JFK - Tatort Dallas", die damaligen Ereignisse aus Sicht des Staatsanwalts Jim Garrison schilderte und der Öffentlichkeit dieses Verbrechen wieder in Erinnerung rief.
Sowohl in den US-amerikanischen, als auch in den deutschen Medien herrscht aber nach wie vor der Konsens, daß dieses Attentat das Werk eines "verwirrten Einzeltäters" war. Nur selten wagen sich ernstzunehmende Medienorgane, wie zuletzt das ZDF, (1) aus der Deckung und geben auch Verschwörungstheoretikern eine Plattform.

Alleine schon das Wort Verschwörungstheorie ruft gerade bei vielen Intellektuellen instinktive Abwehrreaktionen hervor. Leider gibt es tatsächlich viele Scharlatane die leichtgläubigen Zeitgenossen weismachen wollen, daß die Amerikaner nie auf dem Mond waren, AIDS in geheimen Biowaffenlaboren der USA entwickelt wurde und der 11. September eine Geheimoperation des Mossad war.
Vielleicht sollte man aber auch hin und wieder an die Verschwörungstheorien denken, die anfangs belächelt wurden, sich später aber als wahr herausstellten, wie z. B.

  • daß die NATO Neo-Faschisten als Untergrundarmee gegen eine russische Invasion ausbildete, (2)
  • daß die CIA mit psychedelischen Drogen zur Gehirnwäsche experimentierte, (3)
  • oder daß die US-Regierung die Mafia zur Ermordung Castros anheuerte (4).

Case closed?

Vertreter der Einzeltäter-These verweisen gerne auf die Ermittlungsergebnisse der Warren-Kommission, die im Auftrag von Präsident Johnson die Ermordung Kennedys untersuchte (5). Autoren wie Gerald Posner ("Case Closed") haken den Fall als erledigt ab.
Auch in ansonsten gut informierten Kreisen wird dabei übersehen, daß die Warren-Kommission aber in diesem Fall nicht das letzte Wort hatte. Nachdem die Stimmen der Kritiker nicht verstummen wollten, untersuchte in den 70er Jahren ein Kommittee des US-Repräsentantenhauses den Fall neu (6) und kam u. a. zu folgenden Ergebnissen:
  • Lee Harvey Oswald war nicht der isolierte Einzelgänger, als den ihn die Warren-Kommission darstellte, sondern hatte Kontakt zu Personen die Kennedy feindlich gesonnen waren.
  • Die Ermordung Oswalds durch Ruby war kein spontaner Akt, sondern geplant. Ruby hatte weitreichende Beziehungen zum organisierten Verbrechen und zur Polizei von Dallas. Es ist nicht auszuschließen, daß einzelne Polizisten ihm halfen, sich Zutritt zur Tiefgarage des Polizeipräsidiums zu verschaffen, wo er Oswald vor laufenden Kameras tötete.
  • Eine wissenschaftliche Untersuchung einer Tonbandaufnahme bestätigte die Vermutung, daß ein vierter Schuß auf Kennedys Limousine abgefeuert wurde. Dieser Schuß kam nicht von hinten, sondern von vorne.

Namhafte Verschwörungstheoretiker

Schon kurz nach der Veröffentlichung des Warren-Berichts kamen auch vielen hochrangigen Offiziellen Zweifel an der Alleintäterschaft Oswalds. Zu diesen Zweiflern gehörte u. a. Robert Kennedy, JFKs Bruder, Senator Richard Russel (ein Mitglied der Warren-Kommission) und Präsident Lyndon B. Johnson höchstselbst (7). Erst kürzlich ließ auch Amerikas Außenminister John Kerry wissen, daß er nicht an daran glaube, daß Oswald aus eigenem Antrieb gehandelt hat (8).
Kurz und knapp kann man sagen, daß sich die Gemeinde der Kritiker der Warren-Kommission nicht auf verirrte Hobby-Detektive beschränkt, sondern bis in die höchsten Kreise der politischen Klasse Amerikas reicht. Noch heute sind die genauen Umstände und Hintergründe des Kennedy-Attentats nicht restlos aufgeklärt und mit jeder Veröffentlichung bisher geheimer Dokumente stellen sich neue Fragen.
Beginnen wir unsere Suche nach der Wahrheit mit einem Blick auf Präsident Kennedy und seine politischen Ideale und Ziele um herauszufinden, wer ein Motiv hatte ihn umzubringen.




Quellen

(1) Im Fadenkreuz der Verschwörer, FOCUS-Online, 18.09.2007
(2) Gladio - Geheimarmeen in Europa, SWR/ SRR, Oktober 2012
(3) Wohltätige Gehirnwäsche, Telepolis, 09.08.2009
(4) CIA conspired with mafia to kill Castro, The Guardian, 27.07.2007
(5) Report of the President's Commission on the Assassination of President John F. Kennedy, Washington, DC: United States Government Printing Office, 1964
(6) Report of the Select Committee on Assassinations of the U.S. House of Representatives, Washington, DC: United States Government Printing Office, 1979
(7) The real JFK mystery, 50 years later: Why the infamous murder must be reinvestigated, salon.com, 22.11.2014
(8) John Kerry doesn't believe that Lee Harvey Oswald acted alone when he shot President Kennedy as he says the government investigation didn't 'get to the bottom' of the assassination, Mail Online, 08.11.2013